Donnerstag, 19.10.2017

Hier ein kleiner Auszug aus einer historischen Dokumentation des Hauptstaatsarchiv Stuttgart über die Ortsbeschreibung von Stuppach.

Unter Punkt 43.Stuppach S.738 gibt es eine Kurzbeschreibung:
"Gemeinde III. Klasse, mit 674 Einw., worunter 14 Evang.
a. Stuppach, Pfarrdorf, 400 Einw., b. Lillstadt, Weiler, 144 Einw., c. Lustbronn, Weiler, 130 Einw. Die Evang. sind nach Wachbach eingepfarrt." (Diese Aufzeichnung  stammen vermutlich aus dem Jahr um 1875)

  • Auszug aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand: Ben Ue 8-34Auszug aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand: Ben Ue 8-34
  • Auszug aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand: Ben Ue 8-34Auszug aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand: Ben Ue 8-34

  • Auszug aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand: Ben Ue 8-34Auszug aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand: Ben Ue 8-34

 

Anton Friedrich hat in viel Kleinarbeit Daten über die Historie von Stuppach zusammengetragen. Ein paar Daten wollen wir hier aus seiner Sammlung herausgreifen, denn damit wird dokumentiert, dass Stuppach auf eine lange, wechselde Geschichte zurückblicken kann.

1095
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes in einer Urkunde des Klosters Comburg. Stuppach, alt Stutbach oder Stuotbach, also der Ort wo das Stuot, das Gestüt, die Pferde von Kloster Comburg getränkt wurden.
1221
Heinrich von Salhach trägt seine Besitzungen in Stuppach und Dörtel dem Bischof von Würzburg zu Lehen auf.
1272
Das Frauenkloster Monheim (bei Donauwörth) verkauft wegen der weiten Entfernung und der Gefährlichkeit des Weges, seine besitzungen in Stuppach, Wälder, Wiesen, Äcker und Weiden an den Deutschorden um ein Fuder (Weinmaß örtlich verschieden zwischen 800 und 1800 Liter) gemischten Wein von dem Weinberg Secx oder Seze,
1315
Die Herren von Brauneck-Neuhaus verpfänden mit der übrigen Herrschaft Neuhaus auch ihre eigenen Leute zu Stupach und Lülligstadt an den Deutschorden.
1318
Die Herren von Stetten, genannt von Gabelstein, verkaufen an den Deutschorden ihre leibeigenen Leute zu Stupach, Luogsprun (Lustbronn), Lüllstadt und andere Orte.
1500
Bad Mergentheim hat 421 Einwohner
1534
Der Spital in Mergentheim kauft von Kloster Heidingsfeld für 2.250 Gulden Güter und Zinsen und Gefälle in Lustbronn und Lillstadt.
1600
Dem Pfarrer zu Wachbach wird zugestanden in Stuppach (jetzt mit 2 p geschrieben) wieder Gottesdienst zu halten.
1606
Der Deutschorden weist die katholischen Einwohner von Stuppach an, hinfort den Gottesdienst in Mergentheim zu besuchen.
1607
Am 21.Nov. wird die von dem Hoch- und Deutschmeisterschen Statthalter Freiherr von Marquard von Eck zu Mergentheim auf eigene Kosten erbaute Kirche zu Stuppach, eingeweiht. Die war auch gleichzeitig für die Katholiken in Dörtel, Hachtel, Lillstadt,  Lustbronn und Wachbach bestimmt.
Weiter stiftete der Erbauer der Kirche 2.000 Gulden zur Anstellung eines Messners und Lehrers. Der Grund für die Kirchenstiftung war, der sich ausbreitenden Reformation Einhalt zu gebieten.
1639
Die Quelle (im Hof Retzbach) wird überwölbt. An einem Eisengitter war früher noch ein Schild: Herr Caspar Hubrich, Schultheiß 1890-
1753
Errichtung des Heiligen Kreuz durch den Deutschorden unter Clemens August Herzog von Bayern.
1781
Das Pfarrhaus in Stuppach wird vom Deutschorden erbaut. Das über der Haustür angebrachte Württembergische Königswappen wurde erst nach 1830 (bis dahin galt ein anderes Königswappen) angebracht.
1817
Das alte Schulhaus, heute "Haus Maria" wird gebaut. Bis 1937 waren dort die Klassen 5-7 untergebracht.
1830 - 1835
Wird das Rathaus von Steudel gebaut. Als Herrenhaus für den heutigen Hof Karl bzw. Hubert Retzbach. Es wird von der Gemeinde aufgekauft und als Rathaus genutzt und war gleichzeitig Schulhaus bis zur 4. Klasse.
1821
Das Bistum Rottenburg wird gegründet.
1898
Die erste Kraftomnibuslienie der Welt nimmt den Betriebauf und verkehrt zwischen Künzelsau und Bad Mergenzheim einmal täglich. Die Fahrzeit betrug 2 Std. und 55 Min. für die Strecke von 30 Kilometer.
1945
Über den Ort bricht der Krieg herein. Ein Mann und 2 Kinder aus der Zivilbevölkerung kommen bei den Kampfhandlungen ums Leben. 65 deutsche Soldaten fallen.
Zahlreiche Gebäude werden beschädigt; viele gehen in Flammen auf.
31.12.1971
Mit Ablauf dieses Tages verliert die Gemeinde Stuppach nach 876 Jahren ihre Selbständigkeit.
01.01.1972
Ab diesem Tag ist Stuppach ein Stadtteil von Bad Mergentheim.

Die Historie von Lillstadt und Lustbronn finden Sie unter Stuppach & Ortsteile: Lillstadt und Lustbronn.

  • Kirchenschiff um zwei Fenster verlängert und Haus MariaKirchenschiff um zwei Fenster verlängert und Haus Maria
  • Stuppacher Kirchenbild um 1825Stuppacher Kirchenbild um 1825

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